Reisen in die USA und die Mitbringsel

Ich warte auf meinen Flug. Das gibt mir die Möglichkeit, ein paar Gedanken zu „Mitbringsel“ auf Bestellung aufzuschreiben.

Generell ist meine Devise, dass ich nichts auf Bestellung aus den USA mitbringe. Das hat ganz einfache und hoffentlich nachvollziehbare Gründe. Derjenige, der etwas bestellt möchte vielleicht ein paar Euro sparen oder hat selber nicht die Möglichkeit, in die Staaten zu fliegen.

Aus der Sicht des Bestellers ist es nur ein kleiner Freundschaftsdienst, „mal eben“ die gewünschte Kleinigkeit mitzubringen. Das kann ich auch gut verstehen. Ich möchte daher mal meine Sicht der Dinge schildern.

Mehr Probleme als Spaß

Nimmt man tatsächlich Bestellungen an und seien sie noch so klein, dann kommt man automatisch in eine Pflicht. Dabei rede ich nicht von möglichen Einfuhrbeschränkungen, die umgangen werden sollen. Ich meine einfach nur die Pflicht, das Gewünschte zum einen zu kaufen und zum anderen auch nach Europa zu transportieren.

Was sich so leicht anhört kann zu einem echten Problem werden. Was ist, wenn der Artikel im Laden nicht vorrätig ist? Dann geht die Suche nach Alternativen los. Was ist mit dem zusätzlichen Gepäck? Man hört immer wieder „ach ein T-Shirt wird doch noch passen“ oder „Dieses kleine Gadget geht sicher noch rein“.

Transportverantwortung

Leider ist genau hier das weitere Problem. Was ist, wenn das Gadget eben nicht mehr reingeht? Was ist, wenn durch eben dieses Gadget oder das T-Shirt die Freigepäckmenge überschritten wird? Wer zahlt die zusätzlichen Kosten? Vielleicht will ich ja für mich selber auch was kaufen. Was ist – was bitte nicht passieren soll – wenn der gewünschte Gegenstand auf dem Transport verloren geht oder beschädigt wird? Wer übernimmt diese Kosten? Was ist wenn der Besteller es sich anders überlegt und dann das Teil doch nicht mehr haben will?

Klingt alles nicht schlimm? Mag es im Einzelfall auch nicht sein. Aber wenn es Überhand nimmt, kann es zu einem echten Problem werden. Daher mein Grundsatz: Ich nehme keine Bestellungen an. Schon gar nicht von fremden Personen. Es mag sich vielleicht arrogant anhören, oder gemein sein. Ich frage mich nur, was arroganter ist: Jemand der beurteilen will, was noch in meinen Koffer geht und was nicht? Ja, dann ist das eben arrogant von mir. Mitbringsel machen nur dann Sinn, wenn sie von Herzen kommen und nicht auf Bestellung.

Mitbringsel als Überraschung

Das heißt übrigens nicht, dass ich niemandem etwas mitbringe. Seit Jahren habe ich mir auf meinen USA-Reisen angewöhnt, immer für Leute ein paar Überraschungen einzupacken. Das ist für alle Beteiligten besser und sogar billiger, weil ich diese verschenke.

Ich hoffe auf euer Verständnis.

2 Antworten auf „Reisen in die USA und die Mitbringsel“

  1. Danke, genau so ist es. Hinzu kommt, wenn man einem was zusagt wie kann man dem anderen es abschlagen ohne sich psychologisch in eine Ecke gedrängt zu sehen. Leider leidvoll erlebt.
    Mitbringsel sind eine schöne Sache und halt freiwillig.
    VG Milau

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