New York 2018: Die Stadt für Anfänger 2. Teil

Im ersten Teil meiner Mini-Serie habe ich ja versprochen, mich auch um die „Do’s und Dont’s“ für Anfänger zu kümmern. Um das Leben im New York zu verstehen, muss man sich mit den USA ein wenig auseinandersetzen. 

Es wird ja oft behauptet, New York sein kein Musterbeispiel für die Vereinigten Staaten vom Amerika. Ich finde aber genau das Gegenteil ist der Fall. Sicher, wenn man sich nur Manhattan anschauen will, dann bekommt man vom „American Way Of Life“ nicht all zu viel mit.

Manhattan ist nicht New York

Wenn Menschen von New York sprechen, dann meinen sie jedoch in der Regel Manhattan. Der Stadtteil ist aber eher so was wie das Zentrum, quasi die Innenstadt. Auch wenn es das ebenfalls nicht genau trifft. Auf jeden Fall trifft man – glaube ich – in Manhattan zu bestimmten Zeiten mehr Touristen, als New Yorker.

Die USA sind ein zutiefst widersprüchliches Land. Das hat gar nichts mit der aktuellen Regierung zu tun. Weil es nun mal ein Einwanderungsland ist, gibt es hier derartig viele Gegensätze, dass es einem den Atem rauben kann.

Land der Widersprüche

Ein Beispiel: Es ist verboten, auf offener Straße Alkohol zu trinken. Packt man die Flasche in eine Papiertüte, ist es kein Problem mehr. Man darf zwar bei Rot über die Ampel gehen (und in New York tut das auch fast jeder), hat man aber im Auto keinen Führerschein dabei, kann man eine Nacht im Gefängnis landen.

Beispiele dieser Art lassen sich tausende finden. Das macht es für uns Europäer, für die vieles geregelt und klar definiert ist, am Anfang so schwer, in den USA zurecht zu kommen Insbesondere dann, wenn man die ausgetretenen touristischen Pfade verlassen will.

Auch werden die USA immer wieder als das Mutterland des Service bezeichnen. Der Kunde sei hier König, es drehe sich alles nur um ihn. Oberflächlich betrachtet mag das so sein. Weil dies aber ein Land der Widersprüche ist, kann (und wird) es passieren, dass es nicht weit her ist mit dem Service. Sobald es nämlich nicht so läuft, wie vorgesehen, wird es schnell sehr kompliziert.

Service um jeden Preis

Dabei machen die Amerikaner nicht vor sich selber halt. Wegen vieler fehlender Regulierungen, die wir in Europa ja gerne mal anprangern, kann hier zum Beispiel der Kauf einer Zugfahrkarte zum Horrortrip werden.

Der Amerikaner hat gerne viele Optionen. Bietet ein Geschäft oder ein Dienst viele Auswahlmöglichkeiten, so wird dies in der Regel positiv gesehen. Es ist aber nicht so, dass Amerikaner dann den vollen Überblick über alle Möglichkeiten haben. Ganz im Gegenteil. Sie sind ständig – aufgrund der Vielfalt der Optionen – völlig überfordert.

So kann es passieren, dass neben dem Automaten für U-Bahn-Tickets ein Mensch steht, der bei Kauf assistiert. Viel häufiger sind aber nur Telefonnummern angebracht, bei denen man sich Hilfe holen kann. Versuchen sollte man das allerdings nur im äußersten Notfall, denn meistens kann einem dort auch nicht geholfen werden.

Oberflächlichkeit

Die allseits bekannte Oberflächlichkeit, die mit „How Are You?“ beginnt und mit „Have A Great Day!“ endet, sollte man ihnen allerdings nicht übel nehmen. Auch wenn man natürlich weiß, dass es die Leute überhaupt nicht interessiert, wie es mir geht und wie mein weiterer Tag wird. Man bekommt einfach ein gutes Gefühl und das ist auch was wert.

Was hat das Ganze denn nun mit New York zu tun? Ein besseres Verständnis für die Mentalität hilft vielleicht, Dinge nicht so eng zu sehen, wenn mal etwas nicht klappt. In der Regel sind die Menschen hilfsbereit und freundlich. In vielen Fällen auch Lösungsorientiert. Denn sie wollen schnell den nächsten Kunden bedienen.

Zieht man das oben Geschriebene in Betracht und nimmt es in Kauf, dass nicht immer alles so gradlinig ist, dann kann es durchaus auch sehr viel Spaß machen, sich dem Ganzen auszusetzen. Außerdem gilt hier der Grundsatz: „Leben und Leben lassen.“ Wenn man also den anderen nicht in die Quere kommt, oder Gesetze verletzt, kann man hier vieles tun, ohne dass es irgendjemanden interessiert.

Respektvoller Umgang

Positiv kann man vermerken, dass die Amerikaner absolut Kinderfreundlich sind. Wer also mit Kindern hier her reist, wird in der Regel bevorzugt behandelt. Kinder genießen Privilegien, die eigentlich selbstverständlich sein sollten. Was für Kinder gilt, trifft auch auf ältere Menschen zu. Diese werden mit Respekt behandelt und es ist zum Beispiel nicht nur selbstverständlich, sondern sogar eine moralische Pflicht, ihnen einen Platz in der U-Bahn anzubieten. Dinge, die bei uns nicht mehr so in Mode sind.

In vielen Bereichen werden auch aktive und aus dem Dienst ausgeschieden Mitglieder des Militärs mit großem Respekt behandelt. Es kann zum Beispiel passieren, dass sie bei Starbucks umsonst Kaffee bekommen. Das kann man seltsam finden. Gerade in Europa, wo wir das Militär doch eher argwöhnisch betrachten. Hier ist das größtenteils anders.

Auf der nächsten Seite geht es um die dunkle Seite von New York

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